Erfahrungsbericht Erinnerungsbuch

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Erinnerungen festhalten: Warum ich endlich angefangen habe, ein Erinnerungsbuch zu führen

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Erinnerungen festhalten: Warum ich endlich angefangen habe, ein Erinnerungsbuch zu führen

Neulich habe ich stundenlang alte Fotos auf meinem Handy durchgescrollt. Tausende Bilder von meinen Kindern – vom ersten Ultraschallbild bis zum letzten Kindergeburtstag. Und weißt du, was mir dabei aufgefallen ist? Bei so vielen Fotos konnte ich mich nicht mehr erinnern, wann genau sie entstanden sind oder was an diesem Tag eigentlich passiert ist. Das Foto zeigt meine Tochter mit Schokolade im Gesicht – aber warum fand ich das damals so lustig, dass ich drei Fotos davon gemacht habe?

Das war der Moment, in dem mir klar wurde: Ich brauche mehr als nur Fotos. Ich brauche die Geschichten dahinter.

Was ist eigentlich ein Erinnerungsbuch?

Bevor ich mich näher damit beschäftigt habe, dachte ich immer, ein Erinnerungsbuch wäre einfach ein schickes Wort für ein Fotoalbum. Aber es ist tatsächlich etwas anderes. Ein Erinnerungsbuch sammelt nicht nur Bilder, sondern auch Geschichten, Anekdoten und all die kleinen Details, die man sonst vergisst.

Bei einem Fotobuch ordne ich Bilder chronologisch oder nach Themen. Schön, aber irgendwie ohne Seele. Ein Erinnerungsbuch erzählt hingegen, was auf den Bildern nicht zu sehen ist: Was hat mein Sohn in diesem Moment gedacht? Was war sein Lieblingswort in dieser Phase? Welches Spiel hat er stundenlang gespielt, ohne dass ich jemals ein Foto davon gemacht hätte?

Meine ersten Versuche (und warum sie gescheitert sind)

Ehrlich gesagt habe ich schon mehrmals versucht, so etwas wie ein Tagebuch für meine Kinder zu führen. Beim ersten Kind war ich hochmotiviert. Ich kaufte ein wunderschönes, teures Notizbuch mit dem festen Vorsatz, jeden Tag etwas einzutragen. Rate mal, wie lange das gehalten hat? Genau drei Wochen. Dann kam der Alltag dazwischen, und das schöne Buch lag in der Schublade.

Beim zweiten Kind war ich realistischer. Ich dachte mir: Okay, nicht jeden Tag, aber vielleicht einmal pro Woche? Das klappte ein bisschen besser, aber trotzdem: Die Einträge wurden unregelmäßiger, und irgendwann hatte ich ein schlechtes Gewissen, weil ich ja „schon wieder“ nichts geschrieben hatte.

Das Problem war nicht meine fehlende Motivation. Das Problem war, dass ich nie wusste, was ich schreiben sollte. Ich saß vor dem leeren Blatt und dachte: „Was ist diese Woche passiert?“ Und dann fiel mir erstmal nichts ein, obwohl natürlich jede Menge passiert war.

Verschiedene Wege, die wirklich funktionieren können

Nach meinen gescheiterten Versuchen habe ich mich schlau gemacht, wie andere Eltern das Thema angehen. Und siehe da: Es gibt tatsächlich verschiedene Ansätze, die funktionieren können – je nachdem, welcher Typ man ist.

Die klassische DIY-Variante

Manche Freundinnen von mir sind super kreativ. Die kleben, basteln, verzieren und gestalten ein Erinnerungsbuch komplett selbst. Sie verbinden es mit Bastelprojekten, die sie zusammen mit ihren Kindern machen, und das Buch wird zu einem richtigen Kunstwerk.

Das ist wunderschön – aber mir fehlte ehrlich gesagt die Zeit und auch die kreative Ader dafür. Ich bewundere diese Mamas total, aber ich wusste: Wenn ich es SO machen will, werde ich es nie durchziehen.

Erinnerungsbücher mit Vorlagen

Dann gibt es käufliche Erinnerungsbücher, die schon mit Fragen und Platz für Fotos vorgefertigt sind. „Mein erstes Jahr“, „Meine Kindergartenzeit“ und so weiter. Das fand ich schon besser, weil die Fragen mir halfen, mich zu erinnern. Der Nachteil: Irgendwann waren alle Seiten voll, und dann? Und manchmal passten die Fragen nicht so richtig zu meiner Familie.

Digitale Lösungen

Und dann entdeckte ich digitale Möglichkeiten. Es gibt mittlerweile Apps und Online-Plattformen, die einem helfen, Erinnerungen festzuhalten und daraus später ein richtiges Buch zu machen. Das fand ich spannend, weil ich mein Handy ja sowieso immer dabei habe.

Ich bin dabei auf Meminto Stories gestoßen, ein Dienst aus Deutschland, bei dem man wöchentlich Fragen beantwortet – direkt am Handy oder am Computer. Die Fragen sind durchdacht und bringen einen wirklich ins Erzählen. Nach 52 Wochen kann man sich dann ein gedrucktes Buch daraus machen lassen. Es gibt sogar eine kostenlose Testversion, mit der man das System erstmal ausprobieren kann, bevor man sich festlegt.

Aber – und das ist mir wichtig zu sagen – das ist nur eine von vielen Möglichkeiten. Für mich persönlich hat es gepasst, weil ich die Struktur brauchte und die wöchentlichen Erinnerungs-Mails. Andere schwören auf ihre selbst gestalteten Bücher oder führen einfach eine Notiz-App auf dem Handy.

Was ich gelernt habe: Es muss zu dir passen

Das Wichtigste, was ich über das Thema Erinnerungsbuch gelernt habe: Es gibt nicht DIE eine richtige Methode. Es muss zu deinem Leben, deinem Rhythmus und deiner Art passen.

Bist du kreativ und liebst es, Dinge zu gestalten? Dann ist ein selbstgemachtes Buch mit Geschenkverpackungen, selbstgebastelten Girlanden und gemalten Bildern vielleicht genau dein Ding.

Brauchst du Struktur und klare Vorgaben? Dann können vorgegebene Fragen oder ein digitales System helfen.

Bist du eher spontan? Vielleicht reicht dir auch eine Notiz-App, in der du einfach drauflos schreibst, wenn dir gerade etwas einfällt.

Was gehört eigentlich in ein Erinnerungsbuch?

Als ich anfing, mir Gedanken zu machen, fühlte ich mich überfordert. Was sollte ich alles festhalten? Musste ich jeden Tag dokumentieren? Spoiler: Nein, muss man nicht.

Hier sind ein paar Dinge, die ich persönlich festhalte und die sich gelohnt haben:

Die lustigen Versprecher: Meine Tochter sagte lange „Munkeltier“ statt „Schmusetier“. Wenn ich das nicht aufgeschrieben hätte, hätte ich es vergessen. Heute lachen wir darüber.

Eigenarten und Macken: Mein Sohn wollte monatelang nur mit seiner Feuerwehrmütze aus dem Haus. Egal ob zum Einkaufen oder zur Oma. Das war anstrengend, aber heute ist es eine schöne Erinnerung.

Die ersten Male: Klar, der erste Schritt, das erste Wort. Aber auch: das erste Mal alleine schaukeln, das erste selbstgemalte Bild, das man erkennen konnte, die erste Übernachtung bei Freunden.

Ganz normale Tage: Das hört sich vielleicht langweilig an, aber gerade die Alltagsroutinen vergesse ich am schnellsten. Wie lief ein typischer Samstag ab? Was haben wir gefrühstückt? Welches Spiel haben wir jeden Abend gespielt?

Besondere Momente: Geburtstage, Urlaube, Weihnachten – aber nicht nur „Wir waren in Italien“, sondern die Geschichte von diesem einen lustigen Moment am Strand oder was beim Auspacken der Geschenke passiert ist.

Der Kampf gegen das schlechte Gewissen

Weißt du, was das Schwierigste am Erinnerungsbuch-Führen ist? Das schlechte Gewissen, wenn man mal eine Woche (oder einen Monat) nichts gemacht hat. Ich musste lernen: Es ist okay, nicht perfekt zu sein.

Lieber schreibe ich drei Geschichten in diesem Jahr auf als gar keine, nur weil ich dachte, ich müsste jede Woche etwas schreiben. Ein Erinnerungsbuch Baby oder ein Erinnerungsbuch für ältere Kinder – es ist immer besser, unvollständig anzufangen als perfekt zu planen und dann nie zu beginnen.

Fotos sind wichtig – aber nicht alles

Ich habe Tausende Fotos auf meinem Handy. Aber ehrlich? Ich schaue sie fast nie an. Zu viele, zu unübersichtlich. In meinem Erinnerungsbuch habe ich deutlich weniger Fotos, dafür aber mit mehr Bedeutung. Jedes Foto hat eine Geschichte.

Das kann auch ein ganz einfaches Alltagsfoto sein. Mein Sohn beim Frühstück mit seinem Lieblings-Löffel, der aussieht wie eine kleine Schaufel. Für sich genommen: ein langweiliges Foto. Mit der Geschichte, dass er ein halbes Jahr lang mit keinem anderen Löffel essen wollte und wir deshalb nie ohne Ersatz-Schaufel-Löffel aus dem Haus gingen: unbezahlbar.

Was digitale Lösungen können (und was nicht)

Ich will ehrlich sein: Digitale Lösungen wie Meminto haben Vor- und Nachteile. Der große Vorteil für mich war die Struktur. Jede Woche eine Mail mit einer Frage – das hat mich motiviert und ich musste nicht überlegen, was ich schreiben soll.

Ich fand es auch praktisch, dass ich Videos und Sprachnachrichten einbinden konnte. Die Stimme meiner Kinder als Dreijährige? Das wird in ein paar Jahren so wertvoll sein.

Der Nachteil: Es fühlt sich nicht so „handgemacht“ an wie ein selbstgebasteltes Buch. Und man ist auf einen Anbieter angewiesen. Wenn ich selbst ein Buch gestalte, habe ich die volle Kontrolle. Bei digitalen Lösungen muss ich dem System vertrauen.

Wie gesagt, man kann die kostenlose Version nutzen, um zu schauen, ob einem das Prinzip überhaupt liegt. Ich finde es sinnvoll, erstmal auszuprobieren, bevor man Geld ausgibt.

Mein persönlicher Tipp: Klein anfangen

Wenn du auch überlegst, ein Erinnerungsbuch zu beginnen, ist mein wichtigster Rat: Fang klein an. Setz dir nicht das Ziel, ein 300-Seiten-Werk zu schreiben. Versuch erstmal, eine Geschichte pro Monat festzuhalten. Oder eine pro Woche, wenn du motiviert bist.

Es ist völlig egal, ob du das in einer App machst, in ein schönes Notizbuch schreibst oder in einer Word-Datei sammelst. Hauptsache, du fängst an.

Warum sich der Aufwand lohnt

Letzte Woche habe ich meiner Tochter eine Geschichte vorgelesen, die ich vor zwei Jahren über sie aufgeschrieben hatte. Sie war fasziniert. „Das war wirklich ich?“, fragte sie mehrmals. Sie konnte sich nicht mehr daran erinnern, aber jetzt, wo ich es erzählte, fühlte es sich für sie echt an.

Das ist der Moment, in dem ich wusste: Es lohnt sich. Nicht nur für später, wenn die Kinder erwachsen sind. Schon jetzt sind diese Geschichten wertvoll.

Und für mich selbst? Es zwingt mich innezuhalten. Im Alltagsstress vergesse ich manchmal, wie besonders diese Zeit eigentlich ist. Wenn ich mir zehn Minuten nehme, um eine Erinnerung aufzuschreiben, merke ich: Wow, diese Phase ist einzigartig. Sie kommt nie wieder.

Keine Perfektion nötig

Mein Erinnerungsbuch ist nicht perfekt. Manchmal sind die Einträge kurz, manchmal lang. Manchmal lade ich fünf Fotos hoch, manchmal keins. Es gibt Lücken. Wochen, in denen ich nichts geschrieben habe.

Und weißt du was? Das ist vollkommen okay. Es ist immer noch tausendmal besser als die leeren Notizbücher, die bei mir in der Schublade lagen, weil ich dachte, ich müsste es perfekt machen.

Fazit: Tu es auf deine Art

Ein Erinnerungsbuch zu führen ist keine Pflichtübung und kein Wettkampf. Es gibt keine Regeln, wie es aussehen muss. Es muss nur zu dir passen.

Ob du bastelst und klebst, ob du eine App nutzt, ob du einfach in ein Notizbuch kritzelst – egal. Wichtig ist nur, dass du die Geschichten festhältst, bevor sie verschwinden.

Ich wünschte, ich hätte früher angefangen. Aber ich bin froh, dass ich überhaupt angefangen habe. Und vielleicht liest du diesen Artikel ja genau im richtigen Moment – als kleiner Schubs, um selbst anzufangen.

Deine Kinder werden es dir danken. Und du dir selbst auch.

BabyDuda

Das bin ich: Vollzeit Arbeitnehmer. Vollzeit Selbstständig. Vollzeit Mutter. Klingt mathematisch unlösbar, ist aber in der Praxis durchaus real. In der Kürze der Zeit einer rasanten Welt, sucht Mancher nach Zerstreuung. In der Arbeit an meinen Blogs finde ich einen Teil dieser Zerstreuung. Davon gebe ich gern etwas ab, sofern Andere diese Interessen teilen...

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